“Weiter atmen das ist der Trick”
Gimli Gloinson hatte mit diesem Satz wohl das Wichtigste zusammengefasst, was man braucht um über die Steppen Rohans zu rennen, oder aber auch einen Marathon zu laufen. Dieser Spruch ging mir nicht mehr aus dem Kopf, als ich mich am Vorabend des 23. Mai mit dem unguten Gefühl ins Bett legte, welches man hat oder zumindest ich immer habe, wenn ich auf einen Vortrag am nächsten Morgen nicht ganz so gut vorbereitet bin. Seltsamerweise stand überhaupt kein Vortrag an und vorbereitet war ich auch ziemlich gut, ich würde sogar sagen ich habe mich selten so gut auf etwas vorbereitet, denn Laufen übe ich ja schon seit fast 19 Jahren, da sollten ja keine Probleme mehr auftreten. Außerdem hatte ich tolle Pläne geschmiedet, damit nicht all zu viel schiefgehen kann. 1.) Am Morgen vor dem Lauf würde ich ein einzelnes Glas Vita Cola Schwarz trinken, mein absolutes Lieblingsgetränk voll mit Koffein und Zucker. Nach fast neunmonatigem Entzug, würde allein der Geschmack mich für einen ganzen Tag positiv stimmen. 2.) Mein Handy a) war voller Musik b)hatte ein Hörbuch und c) einen Ordner mit dem Titel Gute Musik hinter dem sich folgende etwas seltsame Zusammenstellung befand: Flogging Molly; Laura, Peter Fox; Alles Neu, Fiddler’s Green; Flock’s Not Dead, Rammstein; Rosenrot, Die Toten Hosen; Nur zu Besuch, Der Titelsong der Gummibärenbande auf Französisch, Jan Hegenberg; Knallwach, Korpiklaani; Journey man, Mathias Riem; Verdammt ich lieb dich, Foyer des Arts; Schimmliges Brot, System of a down; B.O.Y.B., Tim Tourped; Fliegerlied und die Lademuisk von Battlefield 1942. 4.) Geheimplan Hund
Es konnte also eigentlich gar nichts schief gehen, so fühlte ich mich am nächsten Morgen auch schon viel besser, nicht das ich gut geschlafen hätte, die Vita Cola, hatte ihren Teil der Aufgabe schon erfüllt und Edith (bekannt als wütende Besitzerin eines Hundes) hatte mir im Treppenhaus noch von einer Messerstecherei vor unserer Haustür in der vergangen Nacht erzählt und mir viel Glück gewünscht.
Meine Laune besserte sich zusehends, da ich immer mehr anderen Läufern auf meinem Weg zum Start begegnete und die alle mindestens so aufgeregt aussahen wie ich mich fühlte. Nun hatte ich viel mehr das Gefühl einen Aufsatz schreiben zu müssen und anders als Vorträge konnte ich denen immer recht entspannt entgegensehen, entweder es klappt oder es geht schief. Auf jeden Fall hat man genug Zeit Süßigkeiten in sich rein zu stopfen.
Am Start angekommen hatte ich noch ne Stunde Zeit, mich mental vorzubereiten und meine Mitstreiter zu beobachten. Ich kam aus dem Grinsen nicht mehr raus, irgendwie war das alles total bescheuert. Warum läuft man 42,195km, nach einer Legende in der jemand 40 gelaufen ist und danach tot umfiel? Für die Sinnfrage war es etwas reichlich spät, so gab ich damit zufrieden das die meisten meiner Mitstreiter auch noch ziemlich bescheuert aussahen mit ihren Energieriegelgürteln und Ipodhaltern (ich trug mein Handy in der Hand und mein selbst genähter Trinkflaschenhalter lag in der WG), auch die Laufhosen und Kompressionsstrümpfe bestätigten mich in der Haltung das nichts gegen gute Schuhe einzuwenden ist, aber man irgendwann auch gleich mit dem Auto fahren könnte.
Irgendwann ging es dann sogar mal los, ca. 7 Minuten später lief schließlich auch ich los, das Startfeld war ziemlich groß. Die ersten Kilometer versuchte ich irgendwen zu finden mit oder hinter dem ich herlaufen konnte, dies war aber um einiges schwerer als gedacht, nicht nur das es so viele Leute gab, sie liefen auch alle unterschiedlich schnell. Dazu kam dann noch, dass ich weder hinter einer Frau noch hinter einem Mann herlaufen konnte. Das eine begründete sich mit meinem Ego und schlechten Erfahrungen, dass andere mit der Angst größere psychische Schäden davon zu tragen, Läuferhosen sollten verboten werden. Deswegen kamen mir die Zeitluftballons entgegen, von 3h bis 4,5h Stunden Zielzeit, gab es für jede Viertelstunde Läufer mit Luftballons die das Tempo vorgaben, ich trappte also vor mich hin und versuchte die 4h Luftballons nicht vollkommen aus dem Blick zu verlieren. Nach ca. 5km gab es die erste Abwechslung ein Wasserstand, als ich mir zwei Becher erkämpft hatte, lernte ich das man nur einen braucht, denn nachdem ich den ersten getrunken bzw. beim dem Versuch über mich geschüttet hatte, konnte ich den anderen nicht auch noch trinken, so lief ne Weile mit ihm vor mich hin bis ich es geschafft hatte in irgendwie gleichmäßig über die Strecke zu verschütten. Ansonsten waren die ersten 20km recht ereignislos ich verpasste den Fruchtstand, was ziemlich ärgerlich war, fand heraus das es bei den Trinkständen am Ende Powerrade gab, eine neonblaue ziemlich künstliche, ziemlich süße Flüssigkeit die ziemlich klebt wenn man sie über sich verschüttet und ansonsten einen am Laufen hält. Dann kam es bei Kilometer 9 zu meinem persönlichen Highlight des Laufes ein kleines Kind am Straßenrand, gab mir einen Keks, viel besser als Bananen. Bei Kilometer 18 stellte ich fest das ich schon ziemlich erschöpft war, nicht beunruhigend, aber wenn man die Hälfte noch vor sich hat, auch nicht besonders aufbauend, nun schaltete ich meine Kopfhörer endlich ein, bisher war ich ohne akustische Unterstützung gelaufen, da ich nicht wusste wie lang mein Akku halten würde, und vertiefte mich in Walter Mörs Stadt der träumenden Bücher, nun gingen mir die vielen Leute am Straßenrand die jubelten fast auf die Nerven, ich verstand immer nur die Hälfte von dem was vorgelesen wurde und musste mir den Rest selbst ausdenken. Nach 30 Kilometern gab ich den Versuch was zu verstehen auf und stellte fest, dass ich mich noch genauso fühlte wie nach 18, das überraschte mich positiv, denn ich hatte erwartet demnächst zusammen zu brechen. Die Leute mit den 4h Stunden Luftballons kamen auch immer näher, während die Zahl der Leute an denen ich vorbei lief nun deutlich die überwog die an mir vorbeikamen, alles sehr gute Zeichen. Ich begann die Kilometer runterzuzählen, als es weniger als Zehn übrig war, dachte ich mir dass erste Mal, dass es wirklich gut gehen könnte. Dann erhielt ich plötzlich ne SMS. Sarah wollte wissen wie es gelaufen war. Etwas optimistisch nach 3,5 Stunden, ich schrieb ihr nicht zurück, dabei wäre ich höchstwahrscheinlich in irgendwen reingelaufen und der hätte mir das dann übel genommen. Kurz darauf, bekam ich ne SMS von Nils, der mir mitteilte wo er mit Wiebke, Karin und Nina zusammen stand, kurz dachte ich, da schon vorbei gelaufen zu sein und ärgerte mich darüber zu schnell zu sein. Glücklicherweise stellte sich das als Fehler heraus, so traf ich kurz darauf die anderen, welche sich dazu entschieden neben mir her zu radeln und Wiebke verwickelte mich in ein Gespräch über den Lauf, was die anderen Läufer irritiert haben dürfte, schließlich rief ich in Deutsch über die halbe Straße, wir verabredeten uns am Ziel. Nun waren nur noch vier Kilometer übrig, ich schaltete die Gute Musik ein und war vollkommen high, ich weiß nicht genau was es war, das Powerrade hat sicher eine Rolle gespielt, aber auch mein Körper hatte sich dazu entschieden Haufenweise euphorisierendes Zeug in meine Blutbahn zukippen. Ich wahr fröhlich und fit, so beschleunigte ich die letzten Kilometer sogar noch ein wenig während in meinen Ohren, Peter Fox von Korpiklaani abgelöst wurde. Über die letzte Brücke, auf die Zielgerade, nun kam es zu Geheimplan Hund. Ich weiß nicht wem von euch Pawlow was sagt, aber die letzten 3 Monate hatte ich jedes mal auf den letzten zwei/dreihundert Metern ein Lied gehört und war gleichzeitig dazu war ich losgesprintet, schon als die ersten Töne von „How to save a life“ in meine Ohren drangen zog ich noch mal an, keiner außer mir wird einer Änderung der Geschwindigkeit bemerkt haben, dazu war ich dann wohl doch schon zu kaputt. “Step one you say we need to talk. He walks you say sit down it’s just a talk. He smiles politely back at you. You stare politely right on through. Some sort of window to your right As he goes left and you stay right Between the lines of fear and blame You begin to wonder why you came.” 10 m vor dem Ziel, fiel mir dann plötzlich ein das ich etwas Wichtiges vergessen hatte. „Where did I go wrong, I lost a friend. Somewhere along in the bitterness And I would have stayed up with you all night
Had I known how to save a life.” Ich hatte keine Abschlusspose, für ne Hechtrolle war zu wenige Platz und zu wenig Energie, einfach da stehen und sich freuen auch blöd, ich entschloss mich zu einem kleinen etwas blöd aussehenden Hüpfer und beließ es dabei. Es war vorbei, ich war froh, erleichtert, erschöpft aber in erster Linie einfach froh. Etwas später mit einer albernen Medaille um den Hals und einer Plastikplane zum Warmhalten über den Schultern blickte ich aufs Wasser und aß einen Joghurt. (Sorry Jule)
Ich war froh einfach froh.
Das Kopenhagen, das ich niemlas hatte
Als ich erwachte, musste ich mich erstmal orientieren. Mein leicht steifer Hals lies darauf schließen, dass es nicht in meinem Bett war. Dann fiel mir wieder die Uhr auf, deren Ticken mich ein paar Stunden früher fast in den Wahnsinn getrieben hatte. Erstmal raus finden wie spät es ist, ohne Brille blieb mir nur das Raten. Entweder kurz vor eins oder kurz nach 9. Das Letztere passte viel besser in meinen Zeitplan, deswegen entschloss ich mich dafür. Erstmal ins Bad, da schien Hanna aber noch nicht ganz fertig zu sein, also wieder zurück ins Wohnzimmer (mein Schlafplatz) und möglichst beschäftigt wirken. Wie macht man das Schlaftrunken, mit einem Handtuch um die Hüfte, ohne irgendwas zu tun? Ich kniete mich vor meinen Reiserucksack, was nicht um bedingt so brillant (Das wird wirklich nur mit einem i geschrieben verrückt.) war, kurz darauf kam Hanna rein und sagte mir ich könnte ins Bad, wenn ich wollte. Super, gerettet. Kurz darauf, angezogen, voller Lebensenergie mit dem Laptop auf dem Schoß die Nachrichten studierend, hatte ich meine zweite Begegnung mit Hanna. Sie stellte sich vor, entschuldigte sich für den Lärm den sie veranstaltet hatte, der mich kaum gestört hatte, also so wenig wie einen per Hand aufgeschäumte Milch, durch heftiges Schlagen auf die Herdplatte mit einem großen Löffel (so klang es zumindest) einen stören kann. Hanna verabschiedete sich wünschte mir noch nenn schönen Aufenthalt und verschwand. Kurz darauf war auch Nils wach, mein eigentlicher Gastgeber, ein anderer deutscher Freiwilliger. Nils arbeitet in einer schwedischen Kirchgemeinde in Göteborg, damit wäre dann auch geklärt wo ich eigentlich war. Hanna war seine finnische Mitbewohnerin, die ich nach dieser etwas peinlichen Begegnung am Morgen nicht wieder sehen sollte.
Ich war ja aber auch nicht gekommen um mich vor Finninnen zu blamieren sondern um mir die Stadt anzuschauen, in welche ich mich schon am Vortag verliebt hatte. Göteborg hat all das, was Kopenhagen niemals haben wird. Von oben betrachtet sieht es weniger aus wie eine Stadt mit 500.000 Einwohnern, es gleicht vielmehr ein paar Häusern und Dörfern die sich in einem Park verirrt haben. Aber viel wichtiger ist die Tatsache, dass man es sich von oben anschauen kann, ja, es gibt Hügel. Am Donnerstag waren Nils und ich ein Wenig auf diesen rumgekraxelt, ich hatte meinen ersten und meinen zweiten Elch gesehen, leider beide in Gefangenschaft und im botanischen Garten gelernt was eine Calla ist. Heute ging es mit der Straßenbahn, die so schön alt und gemütlich durch die Gegend tuckert, dass man eigentlich nie wieder aussteigen will, in Richtung Schären. Diese Inseln vor der Küste Göteborgs kann man, wie für Inseln üblich, am Besten mit dem Boot erreichen.
Dort angekommen fand ich gleich ein paar neue Gründe im Lotto zu gewinnen, so ein Häuschen in dieser Lage, muss zumindest im Sommer einfach herrlich sein.
Am Samstag goss es dann leider wie aus Gießkannen, was jedoch auch eine gute Sache hatte, ich entdeckte den praktischen Nutzen eines Regenschirms, gleichzeitig stellte ich fest, das sie gar nicht so total bescheuert aussehen müssen wie ich immer dachte, dazu eine kleine Ausführung:
Knarrend öffnet sich die Tür der Straßenbahn. Schlak! Nach einem kurzen Knopfdruck fährt sich der Regenschirm aus und ragt nun gute 50 cm aus dem Wagon hinaus. 21,22 Eine kleine nicht zu lange, aber auch nicht zu kurze Pause. Schwup! Der Schirm entfaltet sich. Noch in der Entpuppung, tritt man aus der Bahn und schwingt den kleinen Schutzschirm elegant aus der Horizontalen in die Vertikale. Noch bevor man den nassen Boden berührt ist das Kunstwerk vollendet. Hätte man keinen Reiserucksack auf dem Rücken, sähe man sicher auch fast gar nicht bescheuert aus.
Trotz meiner neuen Vorliebe verbrachten wir den Tag lieber im Inneren eines Museums, diese Idee hatte leider nicht nur wir, so schlugen wir uns im Universeum, mit ganz vielen Kinderwagenschiebenden Familien rum, die meinten, dass diese Einrichtung sie als Zielgruppe hat. Stimmt vielleicht auch, aber ich fand es auch ganz interessant einem Sägefisch aus der Nähe zu betrachten, meine Reaktionen im Bremstest zu testen und Codes zu knacken. Obwohl ich sagen muss, das der Sturmsimulator schon ziemlich lahm war, die sollten alle mal im Winter nach Skagen gehen, dann wissen sie was Wind bedeutet.
So, das wäre geschafft ein Blogeintrag vollkommen ohne Essen. Also bis auf diesen Satz.
Tag en kiks og tør dine øje.
“Nimm einen Keks und trockne deine Augen”, dieses nicht immer ganz ernst zu nehmende dänische Sprichwort, passt so wunderbar, zu Sarah und meinem Versuch mit dem Fahrrad ins ca. 40km entfernte Strøby Egede zu radeln. Dieser kleine Ort von dem ihr höchstwahrscheinlich noch nie etwas gehört habt und auch nie wieder etwas hören werdet, liegt südlich von Kopenhagen und ist ein verschlafenes Vorstädtchen wie aus dem Bilderbuch, deswegen wollten wir da aber nicht hin, viel mehr wollten wir zu den anderen Kopenhagenerfreiwilligen, warum die jedoch an dieses Wochenende in einem Haus der Pfadfinder verbrachten, weiß ich nicht so genau. Ich nehme an, weil sie es konnten, wie auch immer wir waren also Freitagabend mit bepackten Fahrrädern bereit zu unserem Campingwochenende aufzubrechen, als welches das ganze ursprünglich mal geplant war. Keine Sorge ich blicke da auch nicht ganz durch.
Frohen Mutes, mit „cyklekits“ meiner Chefin ausgerüstet, sprich mit Keksen und Riesen, starten wir so ca. halb sieben. Doch schon nach einer halben Stunde stand fest, dass Sarahs Knie diese Fahrt niemals überleben würden und ohne Sarahs Knie machte das Ganze irgendwie nicht so viel Sinn, etwas enttäuscht, suchten wir uns die nächste S-Bahn Station und freuten uns Kekse zu haben um unsere Tränen zu trocknen, doch es kam noch schlimmer in Valby stellten wir fest, dass die einzige Möglichkeit nach Strøby Egede zu kommen darin bestand wieder zum Hauptbahnhof zurück zu fahren, nach einer Stunde waren wir also geschätzt 1 km Luftlinie von der WG entfernt und konnten es kaum erwarten endlich im Zug Kekse zu essen. Dann schafften wir es noch kurz uns durch geschickte fehl bzw. nicht Benutzung von Aufzügen zu verlieren, während Sarah mich in der Gepäckaufbewahrung suchte, stand ich in der Haupthalle vor dem falschen Aufzug und hoffte darauf das die Frau mit dem Kinderwagen Sarah sagte, dass sie wieder zurück kommen müsste, was sie nicht tat, weil sie Sarah nie begegnete und diese ziemlich frustrierte. Endlich im Zug bemerkte ich, dass ich kein Abendessen gegessen hatte, schnell waren alle Kekse weg und ich immer noch hungrig und dadurch ziemlich missmutig. Wir waren endlich in einem Zug, welcher sogar in die richtige Richtung fuhr, von Köge mussten wir die letzten Kilometer dann doch wieder auf dem Fahrrad zurücklegen, da Sarah aber endlich ankommen wollte und ich die leise Hoffnung hatte was zu Essen zu bekommen überwunden wir auch noch dieses letzte Hindernis. Der Rest des Wochenendes verging dann wie im Flug, es gab was zu Essen, ich war glücklich, am Samstag machte ich mich mit Thiemo auf am Strand zu joggen, was dann zumindest die ersten Kilometer eher parkour anmutete, denn dummerweise bestand der Strand nicht nur aus Sand sondern aus, Steinblockaden, Bootsauslegern aus jedwedem Material in allen denkbaren Formen, Mauern, Hunden und so Zeugs eben. Da Thiemo beim überwinden der Hindernisse schneller war als ich, blieben mir die graden Abschnitte um wieder aufzuholen, wodurch Thiemo angespornt wurde wieder schneller über die Steine zu kraxeln, sprich wir wurden eher schneller als langsamer. Irgendwann kamen wir glücklicher Weise aus der Ortschaft hinaus und konnten “gemütlich” am Strand weiter laufen, bis wir dann auf den letzten Kilometern sogar einen Waldpfad entdeckten, und die größte Ansammlung von Schwänen der Welt, die sich alle vor einer Klippe in Südseeland verstecken, das Wetter war super, die Landschaft und vor allem der Untergrund atem(be)raubend.
Wieder zurück waren wir nicht wirklich zu sonderlich viel bewegender Tätigkeit fähig, das große Abenteuer noch zum Supermarkt und wieder zurück zu laufen, war das letzte zu dem wir noch im Stande waren, am Abend wurde dann gegrillt, auf einem Einweggrill den Thiemo und ich uns irgendwie unter den Nagel gerissen hatten und einem großen Grill aus einem verbogenen Gittermülleimer über einer Feuerstelle. Auch dieser Abend neigte sich irgendwann dem Ende, erst nachdem Wiebke beschlossen hatte mit mir noch alle Lieder eines Gittarensongbuches anzusingen, es war ein dickes Buch und wir hatten keine Gitarre. Am nächsten Tag fast wieder erholt, ging es nach dem Aufräumen auf den Heimweg, diesmal schloss ich mich der radelnden Gruppe an. In der Halbwegespause, nach 8 Monaten Aufenthalt in diesem Land, sah ich so endlich einen von dieses langen, graden, sonnigen Stränden für die Dänemark ja so berühmt ist, zu mindest steht das in jedem Rieseführer, die Sonne schien die Welt ist schön. Die Wahl der landschaftlich ansprechenden Rute führte dazu, dass wir beim erreichen Kopenhagens wieder vollkommen ausgepowert waren, erschöpft aber glücklich trafen wir uns am Abend zu Pfannkuchen und Tatort.
Nachtrag
Nach verschiedensten Beschwerden zu meinem letzten Artikel sehe ich mich genötigt einen Nachtrag zu verfassen. Ersten scheint man Gugelhupf, wirklich nicht mit K am Anfang zuschreiben, denn der Name stammt, nicht wie man aus der Form schließen könnte, von einer misslungen Kugel, sprich „Kugel futsch“, sondern nimmt seinen Ursprung in dem mittelhochdeutschen Wort für Kapuze “gugel” und hupf=hopf=hefe. Ich verzichte auf eine Korrektur des eigentlichen Artikels und sehe diesen konsequent durch gehaltenen Rechtschreibfehler als künstlerische Freiheit.
Außerdem wurde sich beschwert, dass mein Artikel kein Happy End habe, denn der entstandene Kuchen, so wurde bezeugt, habe sehr gut geschmeckt, das zu erwähnen fällt nicht sehr schwer.
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