Tag en kiks og tør dine øje.
“Nimm einen Keks und trockne deine Augen”, dieses nicht immer ganz ernst zu nehmende dänische Sprichwort, passt so wunderbar, zu Sarah und meinem Versuch mit dem Fahrrad ins ca. 40km entfernte Strøby Egede zu radeln. Dieser kleine Ort von dem ihr höchstwahrscheinlich noch nie etwas gehört habt und auch nie wieder etwas hören werdet, liegt südlich von Kopenhagen und ist ein verschlafenes Vorstädtchen wie aus dem Bilderbuch, deswegen wollten wir da aber nicht hin, viel mehr wollten wir zu den anderen Kopenhagenerfreiwilligen, warum die jedoch an dieses Wochenende in einem Haus der Pfadfinder verbrachten, weiß ich nicht so genau. Ich nehme an, weil sie es konnten, wie auch immer wir waren also Freitagabend mit bepackten Fahrrädern bereit zu unserem Campingwochenende aufzubrechen, als welches das ganze ursprünglich mal geplant war. Keine Sorge ich blicke da auch nicht ganz durch.
Frohen Mutes, mit „cyklekits“ meiner Chefin ausgerüstet, sprich mit Keksen und Riesen, starten wir so ca. halb sieben. Doch schon nach einer halben Stunde stand fest, dass Sarahs Knie diese Fahrt niemals überleben würden und ohne Sarahs Knie machte das Ganze irgendwie nicht so viel Sinn, etwas enttäuscht, suchten wir uns die nächste S-Bahn Station und freuten uns Kekse zu haben um unsere Tränen zu trocknen, doch es kam noch schlimmer in Valby stellten wir fest, dass die einzige Möglichkeit nach Strøby Egede zu kommen darin bestand wieder zum Hauptbahnhof zurück zu fahren, nach einer Stunde waren wir also geschätzt 1 km Luftlinie von der WG entfernt und konnten es kaum erwarten endlich im Zug Kekse zu essen. Dann schafften wir es noch kurz uns durch geschickte fehl bzw. nicht Benutzung von Aufzügen zu verlieren, während Sarah mich in der Gepäckaufbewahrung suchte, stand ich in der Haupthalle vor dem falschen Aufzug und hoffte darauf das die Frau mit dem Kinderwagen Sarah sagte, dass sie wieder zurück kommen müsste, was sie nicht tat, weil sie Sarah nie begegnete und diese ziemlich frustrierte. Endlich im Zug bemerkte ich, dass ich kein Abendessen gegessen hatte, schnell waren alle Kekse weg und ich immer noch hungrig und dadurch ziemlich missmutig. Wir waren endlich in einem Zug, welcher sogar in die richtige Richtung fuhr, von Köge mussten wir die letzten Kilometer dann doch wieder auf dem Fahrrad zurücklegen, da Sarah aber endlich ankommen wollte und ich die leise Hoffnung hatte was zu Essen zu bekommen überwunden wir auch noch dieses letzte Hindernis. Der Rest des Wochenendes verging dann wie im Flug, es gab was zu Essen, ich war glücklich, am Samstag machte ich mich mit Thiemo auf am Strand zu joggen, was dann zumindest die ersten Kilometer eher parkour anmutete, denn dummerweise bestand der Strand nicht nur aus Sand sondern aus, Steinblockaden, Bootsauslegern aus jedwedem Material in allen denkbaren Formen, Mauern, Hunden und so Zeugs eben. Da Thiemo beim überwinden der Hindernisse schneller war als ich, blieben mir die graden Abschnitte um wieder aufzuholen, wodurch Thiemo angespornt wurde wieder schneller über die Steine zu kraxeln, sprich wir wurden eher schneller als langsamer. Irgendwann kamen wir glücklicher Weise aus der Ortschaft hinaus und konnten “gemütlich” am Strand weiter laufen, bis wir dann auf den letzten Kilometern sogar einen Waldpfad entdeckten, und die größte Ansammlung von Schwänen der Welt, die sich alle vor einer Klippe in Südseeland verstecken, das Wetter war super, die Landschaft und vor allem der Untergrund atem(be)raubend.
Wieder zurück waren wir nicht wirklich zu sonderlich viel bewegender Tätigkeit fähig, das große Abenteuer noch zum Supermarkt und wieder zurück zu laufen, war das letzte zu dem wir noch im Stande waren, am Abend wurde dann gegrillt, auf einem Einweggrill den Thiemo und ich uns irgendwie unter den Nagel gerissen hatten und einem großen Grill aus einem verbogenen Gittermülleimer über einer Feuerstelle. Auch dieser Abend neigte sich irgendwann dem Ende, erst nachdem Wiebke beschlossen hatte mit mir noch alle Lieder eines Gittarensongbuches anzusingen, es war ein dickes Buch und wir hatten keine Gitarre. Am nächsten Tag fast wieder erholt, ging es nach dem Aufräumen auf den Heimweg, diesmal schloss ich mich der radelnden Gruppe an. In der Halbwegespause, nach 8 Monaten Aufenthalt in diesem Land, sah ich so endlich einen von dieses langen, graden, sonnigen Stränden für die Dänemark ja so berühmt ist, zu mindest steht das in jedem Rieseführer, die Sonne schien die Welt ist schön. Die Wahl der landschaftlich ansprechenden Rute führte dazu, dass wir beim erreichen Kopenhagens wieder vollkommen ausgepowert waren, erschöpft aber glücklich trafen wir uns am Abend zu Pfannkuchen und Tatort.
Nachtrag
Nach verschiedensten Beschwerden zu meinem letzten Artikel sehe ich mich genötigt einen Nachtrag zu verfassen. Ersten scheint man Gugelhupf, wirklich nicht mit K am Anfang zuschreiben, denn der Name stammt, nicht wie man aus der Form schließen könnte, von einer misslungen Kugel, sprich „Kugel futsch“, sondern nimmt seinen Ursprung in dem mittelhochdeutschen Wort für Kapuze “gugel” und hupf=hopf=hefe. Ich verzichte auf eine Korrektur des eigentlichen Artikels und sehe diesen konsequent durch gehaltenen Rechtschreibfehler als künstlerische Freiheit.
Außerdem wurde sich beschwert, dass mein Artikel kein Happy End habe, denn der entstandene Kuchen, so wurde bezeugt, habe sehr gut geschmeckt, das zu erwähnen fällt nicht sehr schwer.
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